Sozialer Wohnungsbau

Der Soziale Wohnungsbau spielte in Deutschland eine bedeutende Rolle bei der Stadtgestaltung. Er ermöglichte Aufgrund einer entsprechenden Gesetzgebung die Verwirklichung von Bauvorhaben, deren Ziel es war, breiten Bevölkerungsschichten, kostengünstige Mietwohnungen zur Verfügung zu stellen.

Wohnkomplex Schlangenbader Straße

Der Wohnkomplex Schlangenbader Straße wurde 1976 – 1982, nach den Plänen von Gerhard Heinrichs sowie Gerhard und Klaus Krebs, als Großsiedlung direkt über der Autobahn erbaut. Die Planer wollten mit dem Bau der sogenannten „Schlange“ nicht nur teures Bauland im eingeschlossenen West-Berlin doppelt nutzen und die Anwohner vor Verkehrslärm schützen, sondern auch eine Zerschneidung des Viertels durch die Autobahn verhindern.

Die DEGEWO hatte mit diesem ambitionierten Projekt eine Synthese aus Wohnen und Verkehr realisiert. Für diese Leistung sind die Wohnungsbau-Gesellschaft als Bauherr und die Architekten mit dem „Renault Trafik Design Award 2002“ geehrt worden. Die Autobahnüberbauung schloss neben den technischen Komponenten, wie Architektur, Statik und Haustechnik – die Lösung neuer Probleme wie schall- und Erschütterungsschutz sowie Abgasbeseitigung, mit ein.

Die Konzeption des Gebäudes gestattete 120 unterschiedliche Grundrisse beim Bau der insgesamt 1215 Wohnungen. Diese verteilen sich auf sieben terrassenförmig gebaute Häuser („Wohnhügel“), die auf einer Längsachse von 600 m miteinander durch Gänge verbunden sind und sogar die Wiesbadener Straße brückenartig überspannen. In diese 14-geschossige „Wohnmaschine“ wurde eine technisch hoch-komplizierte pneumatische Müllentsorgung installiert. Die Randbebauung der Wohnanlage besteht aus drei Gebäuden mit insgesamt 537 Wohnungen. Im Passagenbereich der Anlage an der Wiesbadener Straße ist eine Ladenzeile eingerichtet worden. Große Aufmerksamkeit richtete sich auch auf die Qualität der Außenanlagen.

In architektonischer wie sozialer Hinsicht ist die Schlangenbader Straße ein einzigartiges städtebauliches Gebilde, das noch immer von Fachleuten und Architekten besichtigt wird.

Paul-Hertz-Siedlung

Die Paul-Hertz-Siedlung, benannt nach dem ehemaligen Senator, ist 1960 bis 1965 nach Plänen von wild Ebert, Werner Weber und Fritz Gaulle auf dem früheren Kleingartenland am Heckerdamm errichtet worden. Sie gilt als Musterbeispiel für die damaligen Vorstellungen von der „aufgelockerten Stadt“.

Typisch sind die offene und durchgrünte Bauweise und die verkehrsmäßige Erschließung der Siedlung durch einen Sammelstraßenring mit radialen Stichstraßen und Wendeplatten an den Endpunkten. Die Straßen erhielten die Namen von Widerstandskämpfern gegen die NS-Gewaltherrschaft. Bis 1964 wurden in drei Bauabschnitten 2616 Wohnungen fertig gestellt. Überwiegend befinden sich diese in viergeschossigen Gebäudezeilen und in neun achtgeschossigen „Punkthäusern“.

Bei der Planung wurden neue Konzepte verfolgt. Im wesentlichen waren das die Fernwärmeversorgung durch ein eigens hierfür gebautes Heizkraftwerk der GASAG, die Verwendung industriell vorgefertigter Elemente beim Bau der Hochhäuser und der Winterbau von 750 Wohneinheiten unter geheizten, wetterfesten Hallen.

Die Paul-Hertz-Siedlung war von Anfang an mit Bus- und Straßenbahnlinien an die westliche City angeschlossen. 1980 kam mit dem Bahnhof Jakob-Kaiser-Platz der Anschluss an die U-Bahn-Linie 7 hinzu.

Um den Wohnungsbestand zu vergrößern, wurden 1996 die viergeschossigen Gebäude um eine Etage aufgestockt, nicht gerade zur Freude der Alteingesessenen. Heute leben in der Siedlung circa 6000 Einwohner in rund 3200 Wohnungen.

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